Materialstärke und Konstruktion in Stahl
Mehr darüber, warum wir Materialstärken von 2, 3 und 5 mm wählen
Wenn man mit Stahl arbeitet, reicht es nicht aus, nur das Material zu wählen. Materialstärke und Konstruktion sind entscheidend dafür, wie eine Lösung in der Praxis funktioniert – sowohl heute als auch viele Jahre später.
Bei byJEMA dimensionieren wir unsere Produkte nach der tatsächlichen Belastung und dem vorgesehenen Einsatz. Das bedeutet, dass wir je nach Aufgabe mit unterschiedlichen Materialstärken und Konstruktionsprinzipien arbeiten – nicht nach Standards oder Trends.
Warum die Materialstärke eine entscheidende Rolle spielt
Die Materialstärke hat direkten Einfluss auf:
-
Stabilität und Tragfähigkeit
-
ob sich die Konstruktion im Laufe der Zeit verformt
-
wie das Produkt unter Belastung altert
-
das gesamte Qualitätsgefühl
Zu dünner Stahl kann optisch stimmig wirken, verliert jedoch häufig seine Form, gibt nach oder fühlt sich im Gebrauch instabil an. Zu dicker Stahl kann hingegen unnötig schwer sein und den architektonischen Ausdruck beeinträchtigen.
Materialstärke bedeutet daher nicht Überdimensionierung – sondern richtige Dimensionierung.
2 mm Stahl – das Gleichgewicht zwischen Stabilität und Leichtigkeit
Der Großteil unseres Sortiments wird aus 2 mm Stahl gefertigt. Diese Materialstärke bietet ein optimales Verhältnis zwischen Stabilität, Festigkeit und einem leichten, ruhigen Erscheinungsbild.
2 mm Stahl bedeutet:
-
die Konstruktion bleibt bei täglicher Nutzung stabil
-
Profile können schlank ausgeführt werden, ohne Tragfähigkeit zu verlieren
-
das Produkt wirkt solide, ohne den Raum visuell zu dominieren
Wir verwenden 2 mm Stahl typischerweise für:
-
die CUBY-Serie
-
Pflanzkästen und Hochbeete
-
Innenmöbel und Aufbewahrungslösungen
-
Feuerstellen-Grills und Elemente für Außenküchen
Es handelt sich um eine bewährte Lösung, die Form und Funktion über lange Zeit erhält – im Innen- wie im Außenbereich.
3 mm Stahl – wenn höhere Belastungen auftreten
Für Lösungen mit höherer Belastung verwenden wir 3 mm Stahl. Hier sind höhere Anforderungen an Steifigkeit und Widerstandsfähigkeit gegeben, insbesondere bei langen Elementen, Erddruck oder mechanischer Beanspruchung.
3 mm Stahl wird unter anderem eingesetzt für:
-
die EDGY-Serie
-
Rasen- und Beeteinfassungen
Die zusätzliche Materialstärke stellt sicher, dass Profile und Kanten auch unter Einfluss von Wetter, Boden und Untergrund dauerhaft gerade und stabil bleiben.
Stützmauern – 3 oder 5 mm je nach Aufgabe
Bei Stützmauern arbeiten wir je nach Anforderung mit 3 mm oder 5 mm Stahl. Maßgeblich sind dabei:
-
die Höhe der Mauer
-
Erddruck und Belastung
-
die konkrete Konstruktion
Hier ist die Materialstärke eine technische Entscheidung – keine ästhetische. Die zusätzliche Stärke ist notwendig, damit die Stützmauer dem konstanten Erddruck standhält, ohne sich zu verformen oder ihre Funktion zu verlieren.
Die Wahl zwischen 3 und 5 mm erfolgt stets projektbezogen – nicht anhand fester Standardlösungen.
Warum wir Profile biegen statt zu schweißen
Die Konstruktion ist ebenso wichtig wie das Material selbst.
Während viele Lösungen am Markt aus zusammengeschweißten Blechen bestehen, arbeiten wir – wo immer möglich – mit gebogenen Profilen.
Das tun wir, weil gebogene Profile:
-
die Materialfestigkeit besser ausnutzen
-
eine höhere strukturelle Steifigkeit bieten
-
das Risiko von Verzug und inneren Spannungen reduzieren
-
weniger Verbindungen erfordern – und damit weniger Schwachstellen
Ein gebogenes Profil ist konstruktiv stärker als eine Schweißverbindung und sorgt für eine gleichmäßigere Konstruktion – technisch wie optisch. Schweißnähte werden dort eingesetzt, wo sie notwendig sind, jedoch niemals als Abkürzung.
Dieser Ansatz steht in engem Zusammenhang mit unserer Arbeitsweise in Produktion und Handwerk.
Konstruktion, die über Jahre hinweg funktioniert
Wenn Materialstärke und Konstruktion aufeinander abgestimmt sind, entstehen Lösungen, die:
-
Form und Funktion bewahren
-
würdevoll altern
-
nur minimalen Wartungsaufwand erfordern
Das ist der Unterschied zwischen Produkten, die auf Bildern überzeugen – und solchen, die im Alltag funktionieren.
Bei byJEMA bedeutet Qualität nicht, Dinge dicker zu machen als nötig. Es bedeutet, sie von Anfang an richtig zu machen.
Oberflächenbehandlung – Funktion vor Finish
Die Oberflächenbehandlung spielt eine zentrale Rolle für Erscheinungsbild und Haltbarkeit – insbesondere im Außenbereich, wo Materialien Witterung, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Bei byJEMA wählen wir Oberflächen auf Basis unserer Erfahrung damit, was sich in der Praxis langfristig bewährt – nicht nach Trends.
Nasslackierter vs. pulverbeschichteter Stahl
Für den Großteil unserer Lösungen verwenden wir nasslackierten Stahl – auch im Außenbereich. Diese Entscheidung basiert auf Erfahrung: Fachgerecht ausgeführte Nasslackierung ergibt eine elastischere und gleichmäßigere Oberfläche, die sich in der Praxis bei wechselnden Witterungsbedingungen als deutlich langlebiger erweist.
Nasslackierung ermöglicht zudem dünnere Schichtstärken und präzise Details. Das sorgt für einen ruhigen, durchdachten Ausdruck, ohne die Konstruktion optisch zu „verschließen“.
Pulverbeschichteter Stahl ist in der Serienproduktion weit verbreitet und zeichnet sich häufig durch eine dickere, stärker geschlossene Oberfläche aus. In bestimmten Anwendungen kann das von Vorteil sein, im Außenbereich ist die härtere Oberfläche jedoch anfälliger für Stöße und Spannungen.
Die Entscheidung zwischen Nass- und Pulverlackierung ist daher keine Frage von richtig oder falsch, sondern von Einsatzbereich, Belastung und langfristiger Haltbarkeit.
Materialtypen – Stahl ist nicht gleich Stahl
Auch wenn Stahl oft als einheitliches Material betrachtet wird, unterscheiden sich seine Eigenschaften je nach Typ und Oberflächenbehandlung erheblich.
Cortenstahl – Patina und Lebensdauer
Cortenstahl ist bekannt für seine lebendige Patina, die sich mit der Zeit entwickelt. Die Oberflächenrostschicht schützt den darunterliegenden Stahl und macht das Material besonders für den Außenbereich geeignet. Der Ausdruck verändert sich, während Festigkeit und Funktion erhalten bleiben.
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Patina ein natürlicher Teil des Materialcharakters ist – kein Zeichen von Abbau oder Verschleiß.
Verzinkter Stahl – wann und warum
Verzinkter Stahl wird eingesetzt, wenn hohe Anforderungen an Verschleißfestigkeit sowie Schutz vor Feuchtigkeit und äußeren Einflüssen bestehen. Die Oberflächenbehandlung schützt den Stahl effektiv und macht ihn geeignet für Außenbereiche und stark beanspruchte Zonen.
Dimensioniert – nicht überdimensioniert
Qualität bedeutet nicht, möglichst viel Material zu verwenden, sondern es richtig einzusetzen. Wenn Materialstärke, Konstruktion, Oberflächenbehandlung und Stahltyp zusammenspielen, entstehen Lösungen, die Form und Funktion über lange Zeit bewahren.
Genau dieser Ansatz macht den Unterschied zwischen Produkten, die lediglich richtig aussehen – und solchen, die in der Praxis überzeugen.